Introjektion

Videoloop HD, Beamer, Mirror

2016

Introjektion ist ein Begriff aus der Psychoanalyse, der einen Prozess beschreibt, bei dem das Subjekt Verhaltensweisen, Attribute oder andere Fragmente der umgebenden Welt, insbesondere anderer Subjekte, in sich selbst repliziert.

Die Videoinstallation funktioniert als Sinnbild für die methodische Vorgehensweise im künstlerischen Prozess. Flüssiges Porzellan wurde auf einer Gipskartonplatte gefilmt durch die Druckluft zirkuliert und anschließend mit einem Beamer und einem Spiegel in einen Ausstellungskontext gesetzt. Der Videoloop lässt die Arbeit wie eine ewig brodelnde Masse erscheinen. Die Luft und das keramische Material scheinen sich gegenseitig immer wieder zu durchdringen. Zu Beginn einer Arbeit steht die Identifikation mit dem Material:

Der Geist wird Materie, Materie wird Geist, beide dringen ineinander ein, es findet eine Introjektion statt.

„Im Grunde genommen kann der Mensch eben nur sich selbst lieben; liebt er ein Objekt, so nimmt er es in sein Ich auf […] Solches Anwachsen, solche Einbeziehung des geliebten Objektes in das Ich nannte ich Introjektion.“

– Ferenczi (1911)